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Добро пожаловать в Россию!

Datum: | Bereich: Mission

Handtaschen werden nicht auf den Boden gestellt, man wäscht die Hände, sobald man in ein Haus kommt, und Burger werden mit Handschuhen gegessen. Die Hand zur Begrüßung zu geben ist nur Männersache und statt Curry bekommt man Rettich verkauft, weil dieser gleich geschrieben wird. Wasser muss gekauft werden, man lacht nicht auf den Straßen und man lächelt niemanden an, man schaut niemandem direkt in die Augen beim Reden, das ist unhöflich. Die Heizungen kann man nicht herunter drehen oder ausstellen. Wem es zu warm ist, der macht das Fenster auf. Das und noch vieles mehr haben wir in den ersten Wochen unseres Russland-Einsatzes lernen dürfen.

 

Eine neue Kultur kennenzulernen ist nicht nur interessant, sondern man lernt auch nie aus. Wir, zwei FSJler und zwei FTSler von Teens in Mission, haben es leider nicht immer geschafft zu verbergen, dass wir Deutsche sind - auch wenn wir unser Bestes gaben „Spasiba“ (Danke) und „Pajalsta“(Bitte) zu sagen. Doch die Menschen hier in Nigni Tagil sind sehr gastfreundlich und freuen sich über Ausländer. Das durften wir auch in den Schulen und Instituten erfahren, wo wir mit großer Freude in den Deutschklassen mehrmals in der Woche in Empfang genommen wurden. Wir durften Deutschunterricht geben und mit deutsch lernenden, russischen Studenten in Kontakt treten. Außerdem durften wir die biblische Geschichte im Kids Club erzählen und ein deutsches Lied sowie Spiele vorbereiten. Die Gemeinderäume wurden von uns auf Vordermann gebracht, russische Worship-Lieder für den Gottesdienst und Pantomime-Stücke einstudiert sowie Zeugnisse erzählt.

 

Die Menschen hier sind es nicht gewöhnt, dass junge Menschen für Jesus leben. In der Gemeinde vor Ort gibt es nur eine junge Frau in unserem Alter. Deshalb durften wir mit unseren Erlebnissen mit Jesus eine große Ermutigung für sie sein.

 

Wenn wir nicht dienstlich unterwegs waren, hatten wir die Möglichkeit mit dem Missionar Matthias Schindler die wunderschöne Natur des Urals zu bestaunen. Habt ihr jemals im Schnee gegrillt? Bei so einer schönen Aussicht wie wir sie hatten, ist es sehr zu empfehlen und der Schaschlik schmeckte hervorragend.

 

Stellt euch eine große, harte, unüberwindbare Mauer vor. Doch was passiert, wenn lauter kleine Blümchen aus kleinen Rissen heraus sprießen? Wird die Mauer nicht irgendwann anfangen zu bröckeln? Die Herzen der Menschen hier sind oft umgeben von solchen Mauern. Sie probieren zwar Verschiedenes aus, aus Angst vor dem Ungewissen, so auch verschiedene Religionen. Doch Jesus lassen sie nicht gerne an ihr Herz heran. In den wenigen Wochen, in denen wir in Nigni Tagil unterwegs waren, konnten wir die Mauern nicht einreißen. Doch wir konnten die Blumen gießen oder neue setzen und irgendwann wird die Mauer bröckeln.

 

Jetzt sind unsere zwei FSJler wieder in Deutschland und Katharina und Sarah halten weiterhin die Stellung in Russland; insgesamt sind sie 3 Monate dort. Wir sind gespannt, was Gott mit uns noch vorhat und wie wir weiterhin Blümchen in Mauern bewässern können.